Archive for the 'Tiergeschichten u.v.m.' Category
UNENDLICH TRAURIG: Die Geschichte um Klara – ein HAPPY END für diese geschundene Seele
Dienstag, September 7th, 2010„Selbst die Berührung einer Fleecedecke an ihrer Nase löst schon einen Aufschrei aus.“
„Sie hat draußen panische Angst.“
Klara´s Geschichte, lest hier: http://www.hunden-helfen.de/klara.html
Klara heute: Video 1.: http://www.myvideo.de/watch/4217900/KLaras_Geschichte
Klara heute: Video 2.: http://www.myvideo.de/watch/5578808/klara
Igel Winzis kurzer Lebenslauf
Montag, August 23rd, 2010
Ins Leben gerufen in lauschiger Nacht
Meine Eltern sich fanden , haben das gemacht,
was die Art erhält – auf ihre Weise
Wir waren zu dritt ganz winzig und leise,
warm behütet, versorgt es fehlte an nichts.
Der Mutter Stimme, ihr wiegender Gang
Wir fühlten uns wohl – mehr als einen Monat lang.
Wurden größer und stärker, die Mutter spürt es genau
Sie sorgte für uns – eine Igelfrau!
Sie baut uns ein Nest, schaff`s zur rechten Zeit.
Sie spürt es sicher- bald ist es so weit.
Es ist an der Zeit, wir zu allem bereit,
neugierig auf die kommende Zeit
alles dran, noch winzig und noch so klein
Es muß ja nicht alles gleich riesig sein.
Der Tag kam –eng war es, der Druck war groß
So verließen wir der Mutter Schoß
Im Nest war es wohlig, so kuschelig warm
Mama war da, sie nahm uns fast in den Arm
Ihr Bauch, so herrlich, so weich und so duftig
Ihr Quell ist gefunden, wir waren so durstig
Oh Mama so gut ist das, was du uns schenkst
So sanft du uns hin zu den Quellen lenkst.
Wir schlafen dann friedlich, seelig und satt
Wohl dem , der so eine Mama hat.
Noch sind unsre Augen und Ohren geschlossen
Die Milchquelle haben wir dennoch gerochen,
den Duft von Mama und unserem Nest
Wir fühlen uns sicher und schlafen ganz fest.
Noch sind unsre Beinchen so winzig und schwach,
aber die Kraft wird kommen, so nach und nach.
Unsre Stacheln, erst weiß, sind nun schon richtig grau
Wie bei Mama –einer so tollen Igelfrau
Die Welt um uns könnte nicht schöner sein.
Keine Sorgen, keinen Hunger, es ist alles so fein
Da bricht es herein über uns geschwind
Das Nest ist offen, wir spüren den Wind
Kalt ist es und so fürchterlich nass.
Wo ist unsere Mama? Allein sind wir schwach!
Wir zwitschern und rufen
Wir sind viel zu klein noch, um sie zu suchen.
Ob sie uns hört, unser zartes Rufen?
Da eine Stimme, so dunkel und laut
Nein – Mama ist es nicht, wir spüren´s uns graut.
Wir werden gehoben , bestaunt und bewegt,
Dann werden wir in fremde Hände gelegt
Wir haben doch Angst, die ist doch so groß!
Da nimmt uns der Mann auch noch auf seinen Schoß
Legt Tücher zum wärmen über uns drei
Was wird nun aus uns – oh Herr steh uns bei.
Der Mann spricht viel – wohl ins Telefon!
Und wir wissen gar nicht, was werden soll
Wo ist Mama? Sie hört uns wohl einfach nicht.
Wir kleinen liegen dicht an dicht,
wir atmen ganz sacht, nun rufen wir nicht.
Ein neuer Mensch, eine neue Stimme , die zu uns spricht.
Ein Kasten !
Und wieder ein drehen und hasten!
Wieder Tücher, die noch einmal anders riechen
Aber Wärme ist da – die wir dankbar genießen
Schon wieder gerüttelt und es ist so laut!
Was sich da um uns wohl zusammen braut?
Und wieder ein Mensch, wieder neue Tücher – - – -
Und Wärme und Ruhe – wir armen kleinen Viecher!
Ach Mama, wo bist Du, wir haben nur Angst!
Der Hunger meldet sich – wir werden fast krank!
Da kommt etwas –warmes, wie Milch an unser Mäulchen,
wir greifen danach, es füllt unsere Bäuche
Nein, Mama ist es nicht, die schmeckte viel besser
Und doch – wir sind ja keine verwöhnten Esser.
Dann endlich Ruhe, wir schlafen ein.
Soll es das alles gewesen sein?
Die neue Milch – das Bauchweh kommt
Unser Mensch hats gemerkt, er leise summt!`
Ein Finger so weich und warm,
fast wie Mama.
Zum Bäuchlein streicheln ist er da
Das tu tso gut, es erscheint das Bächlein,
es kommt das Häufchen, es erleichtert mächtig
Unserem Kleinsten war das wohl alles zuviel
Er rollt aus dem Nest, er wird merklich kühl
Der Mensch will helfen, er nimmt seine Hand,
wohl warm und weich, und doch nicht erkannt,
dass ein kleines Leben zum Himmel reist.
Die Kraft reichte nicht mehr. Wir sind nur noch zu zweit.
Der arme Kleine –zum Leben geboren
Das Licht nicht gesehen, nicht offen die Ohren
Nie die Wiesen gerochen, die Blumen dazu
Wir spüren die Tränen – unser Kleinstes hat Ruh
Wäre Mama da – vielleicht könnte sie es schaffen – - – -
So müssen wir zwei Großen uns zusammen raffen
Wir wollen leben, das ist unser Ziel
Die Äuglein öffnen sich bald,, dann erleben wir viel
Mit Mama wäre alles viel schöner und leichter.
Aber ein Mensch zum Glück hilft uns, so geht es weiter
Noch ist er traurig und glücklich zugleich
Seine Hände sind ja auch zärtlich und weich
Wir werden es schaffen und sie hat uns versprochen
So bald wie möglich wird an der Freiheit gerochen
Zur Freiheit geboren, geleitet respektvoll .
Nie so gut , wie Natur, doch mit Wissen und können, eine Chance uns gebend,
die wir nutzen können
Was ein Mensch ,viel zerstört– nicht nachdgedacht -
ein Mensch hat auch viel wieder gut gemacht.
Zwei Winzis, die ohne Mutter in einer Igelstation groß werden
Autorin: Karin Oehl
„Brief einer Brieftaube“
Dienstag, August 10th, 2010- aus TIER-INFO vom 10.08.2010
hallo, ich bin´s, eine Deiner zahlreichen Brieftauben, die, der Du die Nummer 395 zugedacht hast. Ich bin 1991 in Deiner sogenannten Brieftaubenzuchtanlage geschlüpft, also eine von vielen, so vielen, daß Du uns gar nicht alle persönlich kennst. Vor ein paar Tagen hast Du mich und meine Genossen per LKW nach Süddeutschland oder noch weiter nach Süden karren lassen, obwohl unser Schlag bei Dir in Laatzen bei Hannover ist. Du hast mich von meinem Partner, meinen Freunden und meinem Zuhause gewaltsam getrennt und mich mit unzähligen meiner Schicksalsgenossen so weit wegbringen lassen wie Du wolltest, nur dass wir Hunderte von Kilometern zurückfliegen, durch Gewitter, Regen, Schlechtwetterfronten, ohne Nahrung, von der Sehnsucht getrieben, wieder nach Hause zu kommen, die Geborgenheit unserer kleinen Welt, bei unseren geliebten Partnern, wieder zu erlangen.
Du weißt genau, daß wir nicht anders können als zurück zu fliegen, es ist ein innerer Zwang, der uns in der Regel davon abhält, uns eine Zukunft woanders, fernab Deiner Willkür zu suchen.
Ich kannte nur die Enge Deiner Zuchtanlage und plötzlich war der Himmel über mir, ein fremdes weites Land und nichts, was nach meinem Zuhause aussah. Nirgends der Futterspender, aus dem das Hochleistungsfutter herausrollt, mit dem Du mich fütterst, damit ich die Leistung erbringe, die Du von mir verlangst.
Du nennst es „Hobby“ oder sogar „Sport“, wenn ich mir die Knochen breche, erschöpft bin, Sehnsucht habe, Schmerzen und Angst.
Aber laß Dir sagen, daß ich dieses Leben nicht mehr mitmachen werde. Endlich steige ich aus Deinem Herrschaftssystem aus, ich ertrage nicht mehr das Joch, unter das Du mich gestellt hast.
Ich bin klüger geworden und das Pech hat mir dabei geholfen!
Bei Karlsruhe verlor ich ¾ meiner Schwanzfedern, ich weiß nicht mehr, ob ich wo gegen geprallt bin, irgendwo hängenblieb oder ob es eine Katze war, deren Näherkommen ich in meinem Erschöpfungs-zustand nicht mehr bemerkte.
Da sah ich plötzlich eine Voliere mit Tauben unter mir und ich bildete mir ein, daß ich am Ziel meiner Reise angelangt sei. In dieser Voliere saßen Tauben, darunter welche, die sich früher als „Stadttauben“ durchschlugen und in der feindseligen Menschenwelt gescheitert sind, deren Eltern vergiftet, und die von guten Menschen aufgezogen wurden. Manche sind in sogenannte „Vergrämungsanlagen“, die Menschen an Häusersimsen anbringen, geflogen und haben sich die Rümpfe aufschlitzt. Und all die Marter nur, weil sie nicht nisten, schlafen und leben sollten, an den „sauberen“ Häuserfassaden dieser „edlen“ Menschen.
Andere sind Unfällen oder sadistischen „Menschen“ zum Opfer gefallen und nun für den Rest ihres Lebens behindert.
Auch „Brieftauben“ sind darunter, so wie ich, die erschöpft und verzweifelt irgendwo aufgefunden wurden und an denen zahllose Menschen ignorant vorbei gingen, ohne Hilfe zu leisten.
Sogar „Rassetauben“, durch Menschen zu Krüppeln gezüchtet, um Preise auf Ausstellungen zu gewinnen. Manche sehen gar nicht mehr wie Tauben aus.
Jede hat mir ihr Schicksal erzählt, Verkehrsunfälle, Verwundungen, Vergiftungen usw. Bei allen waren es die Menschen, die an ihrem Elend schuld waren – warum nur tut Ihr das mit uns?
Ich setzte mich auf diese Voliere und der seltsame Mensch, der diesen Tauben, neben vielen anderen Tieren, die er beherbergt und die auch Opfer der Menschen waren, Obdach bietet, öffnete das Gehege und ich flog hinein. Und stell Dir vor, er will uns weder fressen, noch ausbeuten. Er will uns helfen, weiter zu leben und wieder gut machen, was seine boshaften Artgenossen uns angetan haben.
Jetzt weiß ich auch, was bei Dir und Deinen Vereinskameraden mit Tauben geschieht, die zu spät im Schlag eintreffen! Der Tierschützer hat es mir erzählt. Du drehst ihnen die Hälse um und frißt sie auf, nicht? Auf dem Gummiring, den Du an einem meiner Füße angebracht hast, bittest Du ja auch nur um Mitteilung und nicht um Rückgabe „Deiner“ Taube.
Laß Dir sagen, daß ich nie wieder zu Dir zurückkomme und ich bin traurig, wenn ich daran denke, welches Schicksal meine Freunde, die unter Deiner Knute stehen, einmal ereilen wird.
Es ist der Tod, wenn sie Deinen Ansprüchen nicht entsprechen.
Es ist der Tod, wenn sie sich für Dich die Knochen brechen.
Es ist der Tod, wenn Du sie ermordest.
Und Du nennst das „Hobby“? SCHÄM` DICH !
Es wird die Zeit kommen, da werden Artgenossen von Dir, solche wie der, bei dem ich von nun an in Sicherheit leben kann, aufstehen und die Abschaffung dessen, was Du „Hobby“ nennst, fordern und durchsetzen – verlaß Dich drauf!
Wer hat Dir das „Recht“ gegeben, über Leben und Tod zu entscheiden, wer macht Dich und Deine Unzulänglichkeit zum „Selektor“? Niemand – Du selbst hast Dich dazu gemacht!
Es gab auch mal Zeiten, da haben Menschen in Deutschland über Menschenleben geurteilt. Wo sind diese Lebensverächter geblieben? Haben sie sich vielleicht in Taubenschläge zurückgezogen, um ihren Hochmut und ihre Niedertracht an uns Tauben abzureagieren?
Nichts Gutes kann ich Dir wünschen, denn Lebensverachtung bereitet Dir Freude – außer vielleicht, dass Du erkennen wirst, dass diese Welt, die auch meine Welt ist, nicht besser werden kann, solange Menschen wie Du dies verhindern!
„Deine“ Ex-Brieftaube
Karlsruhe, den 12.06.1992 (TAUBEBRI.DOC)
(überarbeitet Version vom 24.03.1998 und 15.08.2001)
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Aquarell-Zeichnung: Schutzengel für alle Tauben,
gemalt von Frau Jutta Schmidt, in 37412 Herzberg/ am Harz,
Tel.: 05521 / 99 89 63
Neues vom Katzen-Asyl: Die panische Lady
Freitag, August 6th, 2010Es gibt Katzen, denen es nichts ausmacht, wenn sie nasse Pfoten bekommen. Dagegen mögen sie Regen bzw. Wasser von oben kommend überhaupt nicht. Andere wiederum laufen wie selbstverständlich durch den Regen. Wenn sie aber versehendlich durch eine Pfütze laufen und nasse Füße bekommen gebärden sie sich sehr merkwürdig. Man sieht ihnen nicht nur an der Mimik an, dass es ihnen sehr unangenehm ist, ja, sie sind oft geradezu angewidert. Jede Pfote wird separat ausgeschüttelt um der lästigen Nässe zu entkommen und die Pfoten schnell zu trocknen. Das sieht sehr komisch aus.
Noch komischer verhielt sich kürzlich unsere Lady. Aber zur Erklärung muss ich ein wenig ausholen…
Seit einiger Zeit hatten wir arge Probleme mit der Kanalisation. Jeder starke Regenguss führte im kleinen Freilauf, manchmal sogar über die Terrasse bis zur Küchentüre, zur Überschwemmung. Eine Wurzel unserer wunderschönen alten Trauerweide war im Hof durch eines der Rohre gewachsen und verhinderte somit den freien Ablauf zur Straßenkanalisation. Bis die passende Fräse gefunden wurde, mit der unser Nachbar und dessen Sohn das Rohr wieder freimachen konnten, vergingen viele Wochen. Keine sehr angenehme Zeit bei starkem Regen, denn es war nicht nur kein schöner Anblick, sondern es stank auch fürchterlich…
Es war ein warmer, sonniger Tag im August und unsere Schützlinge beschäftigten sich draußen mit gegenseitigem Fangen, Verstecken- und Erschreckenspielen oder gingen auf Entdeckungs- und Abenteuerreise.
Plötzlich zog ein Gewitter auf und ein starker Regenschauer bereitete ihrem ausgelassenen Spiel ein jähes Ende. Die eingangs erwähnten wasserscheuen Katzen, die keinen Regen mögen, kamen ins Wohnhaus gestürmt.
Sorgenvoll beobachtete ich wie das Wasser aus der Dachrinne durch das Fallrohr in den Gully stürzte. Die Kanalisation konnte es auch diesmal nicht so schnell aufnehmen. Eine Lache bildete sich, die immer größer wurde und das Wasser kam mir langsam entgegen. Zum Glück war es nur ein kurzer Regenschauer, der nicht lange anhielt. Somit stand schließlich nur noch eine große Pfütze genau im Durchgang zwischen den beiden Freiläufen. Für unsere Samtpfötchen war das aber kein Hinderungsgrund ihre abrupt abgebrochenen Spiele draußen wieder aufzunehmen.
Zur abendlichen Fütterung rief ich wie gewohnt einige ihrer Namen und, dass sie zum Essen kommen sollen. Als sie sich in der Küche um mich versammelt hatten bemerkte ich, dass Mimi und Lady fehlten. Also ging ich hinaus in den Freilauf und rief nach ihnen. Lady kam aus dem Katzen-Haus und blieb hinter der Pfütze im Durchgang stehen. Sie jammerte und wagte es nicht durch das Wasser zu laufen. Stattdessen lief sie unaufhörlich von links nach rechts und von rechts nach links am Rand der Pfütze entlang. Mit ängstlich geweiteten Augen schaute sie mich an und weinte jämmerlich. Bei diesem Anblick musste ich unwillkürlich lachen. Meine Lockrufe: “Lady, komm schnell essen! Schnell! Hmmmm, lecker, lecker, lecker!” versetzten sie scheinbar noch mehr in Panik, denn ihr Hin und Her wurde schneller und ihr Weinen lauter und fordernd.
Zumindest hatten meine Lockrufe Mimi erreicht, die offensichtlich aus dem Hof kam und schnurstracks in die Pfütze lief. Mittendrin blieb sie stehen und schaute sich nach Lady um, grad so, als wollte sie sagen: “Warum stellst Du Dich so an? Das Wasser ist doch gar nicht tief!” Dann lief sie zu den anderen Katzen ins Wohnhaus. Lady aber jammerte lautstark weiter und wollte scheinbar ihren Rekord im Hin- und Her-Lauf gewinnen. Ich rief ihr zu, dass Mimi ihr doch nun gezeigt habe wie einfach auch sie durch die Türe gehen könne und ging einfach weg in der Hoffnung, dass sie gleich nachkommen würde. Aber Lady kam nicht. Nach ein paar Minuten schaute ich wieder nach ihr und sah, wie sie immer noch ängstlich jammernd am Rand der Pfütze entlang lief.
“Das darf doch nicht wahr sein! Och Lady, was machst Du denn für Sachen? Muss ich Dich tatsächlich holen?” Wie angewurzelt blieb sie stehen und ihre erwartungsvollen Augen bedeuteten mir, dass dies doch wohl keine Frage, sondern eine Feststellung sein soll. Ich nahm das ängstlich zitternde Bündel in die Arme. Sofort krallte sie sich an mir fest und ein tiefer Seufzer entrang sich ihrer Kehle. “Tja, Du bist nun mal eine Lady”, sagte ich lachend, “das habe ich schon damals erkannt, als Frau Böger Dich unter dem Namen “Lumpi” zu uns brachte.”
Als ich dieses kleine Erlebnis meiner Schwester erzählte, meinte sie: “Du hättest einen Mantel auf die Pfütze legen sollen.”
Trudi Straeten
Das Pech mit der alten Trauerweide – Vom Glück der Katzen und einer stacheligen Rasselbande
Donnerstag, August 5th, 2010Warum sich der schwarze Kater Gisi aus dem Katzen-Asyl in Bergheim-Auenheim beschwert hat ….
Die hübsche Erzählung von Trudi Straeten lesen Sie unter: S-O-Z
Sommer pur – Alltag in der Nager/Kleintier-Vermittlungsstelle, 37441 Bad Sachsa – OT Steina / am Harz
Donnerstag, Juli 22nd, 2010Vieler Orts ist durch die unerträgliche Hitze, die Wiesen verwelkt oder verbrannt. Ich muss täglich mehrere Kilometer Wandern, mit oder ohne Susi, mit einem Eimer und Küchenmesser in der Hand um für unsere Nagetieren das ersehnte Grün von den Wiesen sammeln zu können.
Bei meiner Suchaktion nach Kräutern und Gras werde ich mit großer Gier von den Pferdebremsen ausgesaugt. Oftmals sehe ich wie in meiner Pubertät verpickelt aus.
Wegerichblätter, gut verrieben auf meiner Haut, nimmt den Juckreiz.
Mittelrassenkaninchen Fine hatte vor einigen Wochen mir sehr deutlich zu verstehen geben, dass sie mein Giersch aus dem Garten nicht mag.
Andere Kaninchen fressen die Pflanze sehr gern, da ihre Inhaltsstoffe reichlich mit Vitaminen sind.
Zusätzlich plündere ich momentan unsere Haselnusssträucher für die Meerschweinchen/Kaninchen. Blätter und Äste werden gern gefressen. Nur wenige Stückchen bleiben liegen.
In der letzten Woche fingen wir wieder an von Märkten Obst und Gemüse zu kaufen für unsere Tiere, weil ich den Eindruck habe, sie könnten durch das „wenige“ Grün (4 Wassereimer voll), nicht richtig satt werden. Als Dank ließen sie die Möhren, den teuren Fenchel Protest mäßig liegen. Wenn die Kleinen schreiben könnten, würde ich eines Tages in den Stall kommen und ein großes Plakat hängt an der Wand mit den Worten: „WIR WOLLEN GRAS VON DER WIESE!“ …..
Beatrix Weber
Alltag in der Igelstation bei Karin Oehl – Der alltägliche Wahnsinn
Dienstag, Juli 20th, 2010Diese Situationen sind in jeder Igelstation nur zu gut bekannt.
Morgens um 9 geht das Telefon
Ein LKW -Fahrer ruft an, in einem Garten hat man bei Umbauarbeiten ein Igelnest zerstört, drei lebende Babys mit noch geschlossenen Augen.
Meschernich bei Köln -ehre Nähe Brühl. Ich habe kein Auto, mein Mann ist unterwegs, der LKW-Fahrer ist im Dienst.
Also Telefonieren mit einer Igelstation ,die näher dran ist.
Die ist zunächst mal etwas begriffstutzig.
Die Frau des LKW-Fahrers ruft erneut an. Inzwischen habe ich zwei Telefonnummern von möglichen Helfern Eine fährt und bringt mir die Tiere – super, der LKW-Fahrer hat sie warm gehalten , die Frau hat einen Transportbehälter mit Wärmeflasche benutzt.
Die Kleinen sind da. die erste Nacht haben wir überstanden, ich auch die 2 mal aufstehen Fütterzeit in der Nacht.
Abends, ich hänge schon in den Seilen, will gerade noch die Nachrichten schaffen, schellt das Telefon.
Ein guter Bekannter, ehem. sehr engagiert im Tierheim, Igelfan, hat einen Notfall.
Ich lasse ihn kommen, er fliegt hierher.
Er bringt einen kleinen Stinker – Was müssen diese Tiere mitmachen?
Ein Riesenabszeß am Kopf. Schlimme eitrige Wunden, aus denen die Maden nur so hervorquellen.
Das ist nicht meine Baustelle! Das Tier muß sofort erlöst werden. Er kennt den Weg zur Tierklinik nicht, ich fahre mit. Dort ist man sehr zuvorkommend und hilft uns wirklich sofort.
man kennt mich und weiß, daß ich außerhalb der Normalzeiten im Notdienst nur komme, wenn es absolut brennt.
Die Tierärztin hat das arme Tier umgehend erlöst – kostenlos, was auch in der Klinik ein Wunder ist. Der Finder gab ihnen was für die Wildtierkasse.
Dann war es schon wieder Zeit zu füttern – Zwischendurch ne Mütze Schlaf und gleich geht es runter.
Hoffentlich haben alle auch diese Nacht überlebt dort unten.
Inzwischen sind wir schon über die Zahl 20 bei den Zugängen nach der letzten Aussetzperiode.
(Immer danach fange ich neu an zu zählen!)
L.G.Karin Oehl
Große Sommer-Hitze …… in der Nager/Kleintier-Vermittlungsstelle, 37441 Bad Sachsa – OT Steina / am Harz
Sonntag, Juli 4th, 2010Heute zeigte das Thermometer über 38°C. Ich hatte das Bedürfnis mich nur noch wie ein Faultier bewegen zu müssen.
Wie jeden Sommermorgen standen mein Mann und ich wieder gegen 4.30 Uhr auf. Unsere 3 Katzen „Fridolin, Molli und Josephine “ freuten sich sehr, weil sie um diese Zeit auf ihrer Terrasse kleinere Hausmäuse fangen können.
Ihre Beute tragen sie mit stolz ins Wohnzimmer. Meist huscht die noch lebende Maus mit schnellen Füßen unter den Bücherschrank. 3 Stubentiger mit gute Laune Hündin Susi sitzen angespannt Stundenlang davor.
Die kühle Morgenluft – um diese Zeit kann man noch gut durchatmen – gehen Siegfried und Susi ihre Gassirunde. Für Susi ist das tägliche „Zeitungslesen“ am Wiesenrand sehr wichtig. Ab und zu huschen vor ihrer Nase Feldmäuse, die für Sekunden in ihrem Erdloch verschwinden. Schnaufend und buddelnd steckt sie ihre Nase ins Mauseloch. Die Maus ist gut getarnt aus einem anderen Gang im Dickicht der Gräser für Susi verschwunden.
Meine Zeit nutzte ich, alle Kleintiere zu füttern und frisches Wasser zu verabreichen.
Das Siebenschläferpaar erhielt ihren Obstteller gefüllt mit einem Pfirsich und Kirschen.
Die Amseln, Drosseln, Eichelhäherfamilie warteten auf ihre Äpfel und überreifen Birnen im Garten.
Mehrere Schalen Trinkwasser, die wir verteilt haben in unserem Garten, für Igel, Vögel und anderes Getier, wird täglich gefüllt.
Schon fühlte ich die die ersten Sonnenstrahlen im Gesicht, die mir die ersten Schweißperlen auf die Stirn brachten.
Am späten Vormittag, als die Sonne den letzten Tau von der Wiese nahm, brachten wir fast alle Nagetiere auf die Wiese. Die Außengehege waren gut bespannt mit Leinentüchern, damit die Tiere selbst entscheiden konnten, ob sie lieber einen Schatten – oder Sonnenplatz wählen wollten.

Das Einfangen der großen Meerschweinchen-Oma/Opa-Gruppe war für mich äußerst schweißtreibend. Die Kleinen sind, trotz ihres Alters ziemlich flink auf den Beinen.
Das Gleiche „Spielchen“ hatte ich natürlich dann auch gegen Abend als wir wieder alle Tiere in die Ställe bringen mussten.
Schweinchen hatten großen Heißhunger auf das hohe Gras. 
Ihr neuer Freund „ Teddy“, liebt die kleinen Gesellen sehr. Er hatte vor einigen Wochen einen Schlaganfall.
Seine Kaninchengruppe musterte ihn kurz entschlossen aus. Teddys Gesundheitszustand war sehr kritisch. Pausenlos wurde er von einem Ranghohen Weibchen gejagt. Kaninchen können oft sehr unsensibel gegenüber einen Artgenossen sein, wenn er/sie Rangniedrig ist.
Mittelrassenkaninchen Teddy werde ich in ein paar Monaten eine ältere Partnerin gönnen. Aber erst muss er sich erholen.
Unsere Kaninchenmamis mit ihren Babys taten mir am meisten Leid. Die Babys kamen instinktiv durch die unerträgliche Wärme aus ihren Nestern gekrochen. 
Irgendwie mussten sie sich auch Abkühlung schaffen. Obwohl sie zum Teil noch Blind sind.
Ihre Mamis brachte ich alle zwei Stunden auf die Wiese, um auch ihnen einwenig die Wiese zu gönnen. Danach ging ich mit ihnen wieder in den Stall zu ihren Kindern.
Sunny und Emily hoppelten von meinen Händen nicht mehr weg, als es – nach einer Stunde- erneut hieß „ es geht nach draußen“.
Auch Knuddel genoss die Kühle der Wiese. Ihre Brust, die voll mit Milch ist, fühlte sich oft kochend heiß an. Knuddel hatte 5 kleine Babys geboren.
Bei dieser Lauferei, zwischen Stall und Wiese, trat ich bald auf eine kleine Blindschleiche.
Bei näherem Betrachten, merkte ich, dass sie durch die Sonnenstrahlen völlig apathisch war.
Sie benötigte ganz schnell Wasser, dachte ich. Ich rannte mit ihr ins Haus. In meiner Handfläche schüttete ich etwas Wasser und gab ihr einige Tropfen Wasser ins Mäulchen. Sie nahm es gern an. Nach ein paar Minuten wiederholte ich meine Handlung. Ganz langsam kam Leben in ihren Körper. In unserem großen offenen Komposthaufen, wo sich –zig Tausende Obstfliegen Zuhause fühlen, setzte ich sie rein.
Dort kann sie sich Wohlfühlen.
Gegen Abend brachten wir alle Tiere wieder in ihre Ställe. Der Schweiß rann uns den Rücken herunter. Die Stechfliegen saugten unser Blut wie kleine Vampire aus Körperstellen, die sehr unangenehm waren. Trotzdem stellten wir einige Gehege auf neue Grünflächen im Garten um.
Wir wünschten allen Stall-Tieren eine gute Nacht.
Für mich ging meine Arbeit im Haus bis in die späten Abendstunden weiter. Susi und unsere Miezen kamen mit viel Streicheleinheiten nicht zu kurz.



Abends gönnte ich mir ein erholsames Bad…..
Beatrix Weber





