Tierschutzwelt und Little-Animals

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Herbstzeit – Igelzeit

September 9th, 2014

Herbstzeit- Igelzeit  von Karin Oehl

Es ist kaum zu übersehen – der Herbst ist da, das Laub fällt von den Bäumen und auch die Früchte , Eicheln, Kastanien, Bucherckern etc.

In dieser Zeit erscheint in allen Medien das Thema I G E L .

Leider sind die Beiträge oft arg verkürzt oder nicht zutreffend Das ist wenig hilfreich.
Gern werden auch die aktiven sogenannten Igelmütter als Igelretter vorgestellt
Sowas ist natürlich immer niedlich, wenngleich leider für die Igel wenig hilfreich.
Der Igel war im Jahr 2009 das Wildtier des Jahres und ich denke, wir sollten uns ein wenig näher mit diesem kleinen heimlichen Kobold in unserem Umfeld beschäftigen.

Der Igel gehört zu den vom Gesetzgeber bes. geschützten Wildtieren, das nützt dem Igel leider gar nichts.

Seit vielen Jahren ist der Igel ein Sympathierträger, obwohl es kein Kuscheltier ist.
Die Sympathie für ihn begann bereits mit der komikartigen Fortsetzung einer Igelgeschichte von Micki und Mecki in einer großen Programmzeitschrift in meiner Kinderzeit

In den 70iger Jahren rief der sehr bekannte und beliebte Direktordes Frankfurter Zoos Prof Grzymek in seiner Sendung Ein Platz für Tiere , zum Igelschutz auf, er trug auch immer die Krawatte mit einem Igel drauf.

Das tat er aus gutem Grund, denn in dieser Zeit des starken Baubooms, also der raschen Zersiedllung unserer Landschaften, aber auch des sorglosen Umganges mit Giften gegen Insekten und die sogenannten Unkräuter – und es wurde viel gespritzt- begann es dem Igel wirklich sehr schlecht zu gehen.
Wildkräuter sind die Kinderstube und Nahrung der Insekten – also der Futtertiere der Igel

Leider versäumte Prof. Grzymek zu erklären, wie sinnvoller Igelschutz auszusehen hat.
Damit begannen viele gut gemeinte , leider nicht wirklich qualifizierte Hilfsmaßnahmen bis hin zu richtigen Einsammelaktionen.
Leider sprach Prof. Grzymek nur von untergewichtigen Igeln im Herbst, (das geschieht heute noch immer wieder )

Er differenzierte nicht, warum es zu Untergewicht kommt, Man ging nur vom herbstlichen Nahrungsmangel aus.Das ist so nicht richtig.
Die Nahrungspalette des Igels verändert sich im Jahreslauf, aber solange es nicht friert, ist für ihn immer noch was zu finden.

Er versäumte es, klar zu unterscheiden zwischen hilfesbedürftigen kranken Igeln und gesunden Tieren.

Noch heute spuken in allen Köpfen die berühmten 600 g. die ein Igel für den Winterschlaf auf die Waage bringen muss.
Hier geht es um ein Gewicht von Jungtieren – erwachsene Tiere können u. dürfen gern mal 1200 – 1500 g auf die Waage bringen.
Nun, wir haben Wurfzeit bis in den September hinein und kein Igel wird mit 600 g geboren bzw hat sie bereits Anfang Oktober, wo die Aufmerksamkeit für den Igel stark steigt.

Damals wusste man noch nicht viel über Igel, es gab wenige ungenaue Veröffentlichungen, gehörte er doch weder zum jagbaren Wild noch zu den Nahrungstieren, also wurde die Forschung über ihn vernachlässigt.

Es schossen in dieser Zeit sogenannte Igelstationen aus dem Boden.
Bis heute ist dies kein geschützter Begriff, jeder , der Igel aufnimmt, kann sich so nennen und meistens wird gar nicht nach Qualifikation gefragt.

Und noch immer werden viel zu viele Igel in Laienhänden mit guter Absicht, aber leider mangelnder Sachkunde totgepflegt.

Der Igel, obwohl er das am meisten in den Tierarztpraxen vorgestellte Wildtier ist, ist bei Tierärzten noch immer ein wenig bekannter und geschätzter Patient. Er bringt Flöhe in die Praxis, aber wenig “Mäuse”.Durch seine Art, sich zusammen zu rollen, ist es auch kein kooperativer Patient
Außer im Fach Parasitologie wird über die Besonderheiten des Wildtieres im Studium noch immer nichts vermittelt.
Eine Anlehnung an bewährte Behandlungsschemen für Hund und Katze wird dem Wildtier Igel nicht gerecht.

Inzwischen beginnt sich durch Igelschutzvereine und vor allem dem als Dachverband sehr intensiv informierenden Verein Pro Igel e.V, etwas zu ändern.

Damit sich weiterhin etwas zum Wohle der Igel, die es seit der Kreidezeit in fast unveränderter Form gibt und die wirklich in unserem Umfeld Not leiden, positiv verändert, möchte ich mit meinem Vortrag etwas beitragen.

Der Gesetzgeber hat das WILDTIER Igel unter den besonderen Schutz gestellt.
Es darf nicht getötet und verjagt werden, nicht gestört und auch nicht ins Haus genommen werden so zum Spaß.

Allerdings sieht der Gesetzgeber Ausnahmen vor, wenn das Tier krank, verletzt oder ein verwaistes Baby ist.

Dazu ist es allerdings notwendig, neben gutem Willen Sachkunde mitzubringen oder sich an sachkundige Stellen zu wenden, denn keine Krankheit heilt durch Futter und Unterkunft.

Außerdem ist Krankheit und Verletzung wahrlich nicht an Jahreszeiten oder Grammzahlen gebunden.

Also ist nicht der Herbst allein Igelzeit. Notleidende Igel gibt es zu jeder Jahreszeit.

Ich möchte einmal die wichtigsten Unterscheidungserkmale deutlich machen

Gesunde
Igel sind dämmerungs u. nachtaktive Tiere, die man am Tag kaum einmal zu Gesicht bekommt.
Ihre Körperform ist tropfenförmig – vorne spitze und hinten rund
Sie haben halbkugelförmige dunkle Knopfaugen und eine freuchte Nase.
Igel schätzen ab, ob bei Gefahr die Zeit reicht, hochbeinig und oft überraschend schnell davonzulaufen oder ob sie sich zu einer festen Kugel zusammen ziehen, die erst dann wieder geöffnet wird, wenn die Gefahr vorbei ist.
Die Stacheln werden kreuz und quer aufgestellt.
Der Kot gesunder Igel sind dunkle feste Würstchen.
Die Körpertemperatur der Tiere ist warm, wie beim Menschen

Wem am Abend ein solches Tier begegnet, möge sich freuen und es seiner Wege ziehen lassen, auch wenn man im Herbst das Gefühl hat, dass es noch klein ist.
Wir wissen heute, dass die Wurfzeit bis in den September hinein geht und die Igel im Oktober nicht auf Grund ihres geringen Gewichtes in Menschenhand gehören. Sie können bis zum Frosteinbruch bei guten Bedingungen noch wöchentlich bis zu 50 g zunehmen. Ein Zufüttern zB. mit Katzenfutter, dem einige Tropen Öl beigemischt werden, sowie ein wenig Kleie, hilft gegebenenfalls auch.

Wenn allerdings am Tag oder nach Frosteinbruch noch Igel herumlaufen, die ein Gewicht von unter 500 g haben, dann sollte man sie hereinnehmen, denn das sogenannte und immer wieder unklar beschriebene Untergewicht hat Gründe,

Solche Tiere sind krank und behandlungsbedürftig –
Man sollte sich die Tiere ganz genau anschaun.

Darum beschreibe ich hier auch einmal die Erkennungsmerkmale des kranken Igels, wie es auch Bilder in Bilder in der Ausstellung sehr deutlich machen

Der kranke Igel
Wird vorwiegend am Tag gefunden, oft ohne Deckung liegend
Oder er läuft langsam und wackelt auch schon mal auffallend
Seine Körperform ist eher walzenförmig und oft erkennt man im Nacken eine deutliche Delle, den Halsansatz, den man beim gesunden Igel gar nicht sieht.
Wenn man ihn hochnimmt, rollt er sich kaum ein und schnell wieder aus.
Seine Augen werden oft gar nicht oder nur schlitzförmig geöffnet.sie stehen nicht hervor, sondern liegen tief in den Augenhöhlen
Die Nase ist meist trocken
Die Körpertemeratur ist häufig auffallend kühl
Die Stacheln bleiben auch angelegt oder werden kaum fest aufgestellt.
Der Kot ist weich, gelegentlich grünschleimig und manchmal sogar blutig.
Häufig versammeln sich dicke Fliegen auf dem Igel und legen auf ihm ihre gelblichen Eierpakete ab, aus denen rasch Maden ausschlüpfen, die am Igel fressen
Oder er hat viele Zecken , die wie kleine glänzende Kugel aussehen, Auch davon gibt es in der Ausstellung ein Foto.

Verletzte und Kranke Igel brauchen ganzjährig unverzüglich sachkundige Hilfe
Futter und Unterkunft heilen keine Krankheit
Die Grammzahl kranker Igel ist völlig nebensächlich.

Achtung:
Wer ein krankes Tier anfasst, muss darauf achten, dass er danach sehr gründlich mit Wasser und Seife seine Hände wäscht, denn einige Erreger können auch den Menschen infizieren, (z. B. Salmonellen, Eitererreger. Meist ist dies ausreichend um sich vor Infektionen zu schützen.Besser ist es jedoch, Igel mit Handschuhen oder einem Tuch aufzuheben.

Wer nach Frosteinbruch noch einen Igel laufen sieht, der unter 500 g auf die Waage bringt, kann sicher sein, dies Tier ist hilfsbedürftig, meist krank. Diese Tiere haben nicht die nötigen Fettreserven, um den Winterschlaf zu überstehen. Denn von den vorhandenen Fettreserven gehen in dieser Zeit 20-40 % verloren. Dieser Winterschlaf ist ja kein Schlaf, wie wir ihn täglich erleben, sondern ein Herunterfahren aller Körperfunktionen –Statt eines Herzschlages von ca 180 Schlägen pro Min, sind es nur noch 8 Schläge in der Minute, die Körpertemperatur sinkt von 38 auf 5 Grad ab, die Atmung wird sehr selten (3-4 mal nur statt 40-50 mal
Das alles ist für den Igel wichtig, denn als Insektenfresser würde er im Winter keine Nahrung finden. Mit dem Winterschlaf haushaltet er mit der Energie, die er im Laufe des Sommers aufgenommen und im Herbst gespeichert hat. Aus diesem Schlaf zu erwachen dauert im Frühjahr Stunden. Dazu wird das an den Schultern gespeicherte Fett als Energie genutzt.(Darum können Igel ja auch aus angezündeten Osterfeuern z. B. nicht einfach weglaufen. Es dauert zu lange, bis sie gehfähig sind. Bis dahin sind sie verbrannt!)

Wußten Sie übrigens, dass es die Männchen sind, die als erste aus dem Winterschlaf erwachen? Die haben noch weite Wege zurückzulegen, um ausreichend Nahrung zu finden und natürlich dann auch Weibchen, denn sie müssen ihr Erbgut an möglichst viele Weibchen verteilen.
Es sind auch die ersten, die im Winterschlafquartier verschwinden, leider auch die ersten, die wir plattgefahren auf den Straßen finden.

Später erwachen die Weibchen. Sie müssen sich auch zuerst neue Reserven anfuttern, denn sie sind es ja, die dann ihre Babys um die 36-37 Tage austragen, gebähren und aufziehen müssen.
Das geschieht in der Regel im Juni bis in den September hinein.
Selten wird schon im Mai von Igelwürfen berichtet, das gilt für das milde Rheinland schon mal ausnahmsweise.
Pro Igel hat über die Wurfzeiten über Jahre hinweg Informationen gesammelt und ist auch zu dem Ergebnis gekommen, dass es die immer wieder beschriebenen Zweitwürfe praktisch nicht gibt.

Die Igelweibchen bekommen ihre Jungen übrigens auch nicht im Jahr nach ihrer Geburt, sondern erst im 2. Lebensjahr.

Die noch jungen Igel sind die letzten, die in den Winterschlaf gehen. Sie laufen oft noch wirklich bis zum Frosteinbruch herum auf der Suche nach Nahrung.
Der Igel hat eine hohe Vermehrungsrate – die jungen Weibchen bekommen noch nicht so viele Junge, wie die erfahrenen Weibchen, so sind die Wurfstärken von 2 – 7 Jungtiere durchaus normal.

Leider haben Igel auch eine hohe Verlustrate. Sehr viele Jungigel verlieren ihr Leben bereits in den ersten Wochen und noch einmal viele im 1. Winterschlaf. Auch die Nester werden noch nicht so professionell wie bei erfahrenen Igeln gebaut.

Die Verluste sind längst nicht alle der Art, daß wir von natürlicher Auslese sprechen könnnen.

Wenn wir uns die Ausstellung einmal anschaun, dann sehen wir Bilder von einer Landschaft, in der sich Igel noch wohlfühlen und ihrer Art entsprechend leben können.

Aber schon auf dem nächsten Bild sehen wir Bilder , wie es in meinem Umfeld heute aussieht – also kein Lebensraum mehr für Igel ist.

Was bleibt dem Igel übrig, wenn er überleben will?
Er wird Kulturfolger und zieht in unsere Nähe, unsere Gärten.

Auf dem Weg dahin ist er bereits der Gefahr ausgesetzt, überfahren zu werden, denn seine Rüstung, das Stachelkleid schützt ihn nicht davor , vom Auto getötet zu werden.

Auch in unserm Garten findet der Igel nicht das Paradies.

Häufig haben wir gedankenlos viele Pflanzen dort eingesetzt, die uns gefallen, hier gedeihen.. Wir haben nicht berücksichtigt, dass diese Pflanzen aus ganz anderen Lebensräumen kommen und für die heimische Insektenwelt weder Nahrung noch Kinderstube bieten.
Die heimischen Pflanzen werden als unerwünschte Unkräuter ausgerissen und vernichtet.
Nun fehlen in der Nahrungspalette des Igels aber die auf die Wildkräuter angewiesenen Insekten
Also bleibt dem Igel nur der Rückgriff auf Würmer und Schnecken.
Das aber sind die Zwischenwirte seiner Innenparasiten.
Ein stark verwurmtes Tier wird schwach und krank und erreicht sein biologisch vorgesehenes Lebensalter , das früher mal annähernd 10 Jahre betrug, heute nur noch ca 4 , nicht mehr.

Igel beanspruchen für sich nicht ein markiertes und begrenztes Revier.
Sie haben mehrere liederlich gebaute Schlafnester und wenn sie erwachen in der Dämmerung gehen sie auch nicht auf Jagd, sondern auf die Suche und fressen das, was sich anbietet, das sind dann auch schon mal tote Mäuschen oder aus dem Nest gefallene Vögelchen oder Katzentöpfe (Wer weiß, wie lange die schon in der Sonne gestanden haben und von Bakterien besiedelt sind?)
So erkranken viele Igel und sterben.
Wenn der Igel satt ist, sucht er einen Schlafplatz auf, geht um Mitternacht noch einmal auf die Suche und dann noch einmal in der Morgendämmerung

In einer qualfizierten Igelstation kann man in Zusammearbeit mit Tierärzten kranken oder verletzt gefundenen Tieren häufig noch eine 2. Chance zum Leben geben
Die Prämisse unserer Arbeit dort ist immer das in Freiheit überlebensfähige Wildtier wieder in die Freiheit zu entlassen, möglichst an den Ort, wo es gefunden wurde, denn Igel haben ein gutes Ortsgedächnis.
Allerdings sind mache Fundorte für die Auswilderung einfach ungeeignet. (Bauland, Straßennähe etc.)

Unsere Gärten bieten noch andere Gefahren, über die wir so gar nicht nachdenken.
Da sind schadhafte Zäune, die zu Verletzungen führen,
Teiche mit steil abfallenden Rändern ohne Ausstiegshilfen für Igel.
Wir setzen immer noch Gifte ein,
Es werden noch immer Gartenfeuer gemacht, ohne das Material vorher umzusetzen,.
Unsere Gartengeräte , besonders zu nennen sind Laubsauber und Rasentrimmer, also Fadenmäher, verletzten Igel oft schwer, Manchmal werden sie erst gefunden, wenn sie schon sehr elend sind und sich auf ihren infizierten Wunden viele Maden herumtummeln.

Ein wenig Achtsamkeit , also nicht in den Kompost hineinstechen, nicht ohne nachzuschaun unter Büschen mit dem Trimmer mähen, würde schon helfen.

Auch Schächte, Gruben sind abzudecken, Sehr häufig fallen Igel hinein und kommen nicht wieder raus. Wenn sie gefunden werden, ist es oftmals zu spät.
Und natürlich würde achtsames, nicht zu schnelles Autofahren, besonders in den Zeiten, in denen mit herumlaufenden Igeln zu rechnen ist, viele Igelopfer vermeiden.
Besonders vorsichtig sollten wir in Ortsrandlage sein.

Gern stehe ich Ihnen noch für Fragen zur Verfügung bes. natürlich für die Frage – was mache ich denn, wenn ich einen Igel finde, von dem ich glaube, dass er Hilfe braucht.

Ich hoffe, ich konnte ein wenig dazu beitragen, dass Sie unseren heimlichen Mitbewohnen besser kennen lernen konnten.

Igel gab es schon, als die Saurier unsere Erde verließen. Wir finden sie sympatisch, also tun wir doch alle etwas dafür, dass sie eine Überlebenschance in unserem Umfeld haben.

Ein Licht geht um die Welt ….

August 24th, 2014

Als er diesen Hund aus dem Tierheim holte, ahnte er nichts.

August 23rd, 2014

Diese wahre Geschichte können Sie lesen unter: heftig

im Tierheim verstorben: Bolek, Mischling, geb. 2000

August 21st, 2014

Mischling

  • Rüde, kastriert
  • geboren ca. 2000
  • Schulterhöhe: ca. 43cm

Wir suchen Menschen mit einem ganz, ganz großem Herzen für diesen uralten, tattrigen Hundeopi namens Bolek. Als Notfall kam Bolek völlig zerbissen und schwach aus einem polnischen Tierheim zu uns ins Tierschutzliga-Dorf. Er hätte dort nicht mehr lange überlebt.

Boleks Wunden sind zum Glück geheilt, doch die vielen körperlichen und seelischen Narben werden bleiben. Niemand weiß, wie viel Zeit diesem Senioren wirklich noch bleibt. Doch seine letzten Wochen oder Monate soll Bolek auch nicht unbedingt bei uns im Tierschutzliga-Dorf verbringen. Auch wenn es ihm hier seit Jahren erstmals wieder richtig gut geht.

Die erste Zeit bei uns im Tierheim war Bolek sehr in sich gekehrt. Er hatte verlernt sich zu freuen. Doch mit der Zeit hat sich dies völlig geändert. Bolek bindet sich extrem an eine Bezugsperson. Momentan ist das die Tierheimleiterin, in deren Bürohunderudel Bolek seit dem Sommer 2012 lebt. Bolek folgt ihr auf Schritt und Tritt und ist immer völlig aus dem Häuschen, wenn sein „Wahlfrauchen“ nach Hause kommt. Er liebt es gekuschelt zu werden, genießt jedes gute Wort und jede Streicheleinheit mit große Wonne.

Bolek hat nur ein Problem. Da er in Polen durch andere Hunde schwer verletzt wurde, hat er Angst vor Hunden und reagiert auf Hunde, die ihm zu Nahe kommen richtig grantig. Am liebsten hätte er seine Zweibeiner für sich ganz alleine.

Bolek braucht keine Action mehr. Er braucht viel Wärme, Zuwendung und nur noch kleine Gassirunden. Aufgrund seiner arthritischen Beinchen kann Bolek keine vielen Treppen steigen.

Wer schenkt unserem lieben Bolek noch eine schöne Zeit und all die Liebe und Zuwendung, die der kleine Hundemann so lange missen musste?

 Dr. Annett Stange
Tierschutzliga-Dorf
(Tierheim und Gnadenhof der
Tierschutzliga in Deutschland e.V.)

Ausbau Kirschberg 15
OT Groß Döbbern
03058 Neuhausen/Spree

Tel.: 035608-40124
Fax: 035608-41596

Email: info@tierschutzligadorf.de
Web: www.tierschutzligadorf.de

Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag 13.00 bis 16.00 Uhr
(außer an Feiertagen)

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Bolek hatten wir viele Jahre immer wieder auf unserer HP vorgestellt. Nun ist seine kleine Seele, am 2.2.2015,  in den Himmel empor geschwebt.

Mach´s gut, kleiner Opi!

 

In Stille nehmen wir Abschied von Meerschweinchen Opi und Maren

Juli 29th, 2014

Als ich dich so friedlich unter Deinem Holzhäuschen liegen sah, spürte ich, dass du ruhig eingeschlafen warst. Neben dir lag ein Freund, der dir Wärme spendete. Aber du warst bereits im Reich der Engel! Bei diesem Anblick schossen mir die Tränen in die Augen. Als ich deinen leblosen Körper aus dem Stall heraus nahm, um ihn zu beerdigen, dachte ich an die bösartige Prophezeiung deiner ehemaligen Besitzerin: „Der stirbt eh bald!“ Ich weiß noch, wie entsetzt ich sie anschaute. Hier können Sie seine traurige Geschichte lesen unter: http://www.tierschutzwelt.de/?p=33273

Als Ihr vor 6 Tagen bei uns abgegeben wurdet, warst du von den Böckchen körperlich am schlimmsten dran. Dein Hinterbein war dick und steif. Lt. Unserem Tierarzt war dieses Gelenk einmal gebrochen und wuchs dann irgendwie wieder zusammen. Einen Tierarzt habt ihr alle niemals gesehen. Dein Bauch war aufgeschwemmt und hart. Die Analdrüse mit Kot überfüllt. Alle Tiere litten an Fell- und Hautmilben. Ihr Fell fasste sich wie stumpfe Seife an. Bei den älteren Meerschweinchen ringelten sich die Fußnägel wie Korkenzieher empor. Ihr hattet einen körperlichen Gestank an euch, dass ich mir 5x meine Hände waschen und meine Kleidung komplett um ziehen musste. Meine Hände rochen immer noch nach Dreck, kurz entschlossen kippte ich Essigessenz auf sie.

Euer Stall war reichlich bestückt mit ganz viel Grünfutter, Heu, Wasser und von Zoo-Plus hochwertiges Körnerfutter. Am ersten Tag legte ich euch 4x Heu und Grünfutter immer und immer wieder nach. Du und deine Freunde habt euch einfach nur gefreut, so reichliches Futter zu bekommen.

Am nächsten Tag gab es Chicoree, Petersilie, Tomaten, Paprika, grüne Gurken und Eisbergsalat. Nichts habt ihr angerührt, weil ihr es nicht kanntet.

Jeden Früh und Abend musste ich dich greifen, um den Kot vorsichtig aus deiner Analdrüse zu drücken. Dein Bauch war hart, wie ein Stein. Du musstest höllische Schmerzen gehabt haben. Anschließend bekamst du eine kleine Belohnung von mir, zum Beispiel Petersilie und ein Chicoreeblatt ins Mäulchen geschoben. Du hast schnell begriffen, dass dies schmeckt. Du zeigtest deinen Freunden am Tag, was gut schmeckt. Denn die Kost, die du am Tag oder Abend ins Mäulchen von mir geschoben bekommen hast, war immer reichlich in den Futternäpfen vorhanden.

Wir beide freundeten uns schnell an.

Ich war glücklich, dass ich dir helfen konnte, dein Bäuchlein weicher zu bekommen. Du zeigtest mir, dass es dir gut geht. Fröhlich liefst du mit deinen Freunden im Stall herum. Wenn du deine Ruhe haben wolltest, warst du verschwunden im Heuhaufen. Aber wenn du mich hörtest, dass ich den Stall betrat, dann regtest du deinen Kopf empor und animiertest mich, dich unter dem Kinn zu streicheln.

Ich war so überzeugt, dass du viele Monate bei uns bist. Dein plötzlicher Weggang, traf uns wie ein Blitz ins Herz.

Auch wenn die Zeit viel zu kurz war für dich, du hast erleben dürfen, dass es Menschen gibt, die für euch da sind.

Opi verstarb am 28.07.2014
Er lebte nur 6 Tage bei uns.
Sein genaues Alter ist uns leider nicht bekannt.
Lt. unserem Tierarzt war er ein sehr altes Tier.

Meine heftige Migräne und der innerer tief traurige Zustand sollte heute nicht enden. Denn am späten Nachmittag fand ich in unserer Omi/Opi-Gruppe, ebenfalls unter einem Holzhäuschen für immer eingeschlafen, Maren. Heute Früh sprang sie Lebenslustig mit den anderen Meerschweinchen durch den Stall und erfreute sich über das reichliche Futter.

Maren kam vor ca. 4 ¾  Jahre mit vielen anderen Meerschweinchen zu uns (Animale Hoarding). Damals war sie sehr scheu. Deshalb entschlossen wir uns, sie zu behalten. Ihre große Angst vor dem Menschen, verlor sie nach ein paar Monaten innerhalb der Seniorengruppe. Sie spürte, dass von uns aus keine Gefahr aus ging. Im Gegenteil, diese Hände gaben/geben ihnen das Futter/Wasser, die Sauberkeit und die Zuwendungen, die jedes einzelne Tier benötigt. Maren mussten regelmäßig die Haare geschnitten bekommen. Dies gefiel ihr oft nicht, aber es musste sein.

Das sie ein flottes Meerschweinchen war, zeigte sie mir jedes Mal, wenn ich sie einfangen musste.

Die Gruppe liebte sie sehr.

Maren verstarb am 28.07.2014
Sie lebte fast 5 Jahre bei uns.
Ihr genaues Alter ist uns leider nicht bekannt.

Nicht nur ich weine um euch, auch die Engel im Himmel!

Mein Herz und meine Gedanken sind bei Euch …! Ich versuche eine Antwort zu finden, warum ihr beide so plötzlich Abschied nehmen musstet:

„Wisst Ihr, warum so viele LEBEN sterben müssen auf der Erde? Der liebe Gott braucht Seelen im Himmel. Jede kleine und große Seele wird ausgebildet zu einem Engel.
Sie werden wieder auf die Erde geschickt, um Hilfesuchenden, die unerträglichen Schmerzen, die Hoffnungslosigkeit die sie, durch ANDERE  täglich in sich spüren, ertragen zu können.
Die Welt schreit stumm nach Liebe, Hoffnung, Achtung voreinander und Vertrauen.
Solange der Mensch diese einfachen Regeln nicht beherrscht, wird das Leid auf der Erde zur Ewigkeit!“

 Mit stillem Gruß
Beatrix und Siegfried Weber
Nager/Kleintier-Vermittlungsstelle,
37441 Bad Sachsa – OT Steina / am Harz

Wir trauern um Meerschweinchen Praline

Juli 26th, 2014

Praline und ihre Freundin Schoko waren Fundtiere. Ihr trauriges Schicksal lesen Sie unter:

http://www.tierschutzwelt.de/?p=19457

Sie hat nie eine Vermittlungschance erhalten, weil sie rote Augen hatte. Dabei war sie ein sehr angenehmes Schweinchen, die jeder in ihrer Meerschweinchengruppe sehr mochte. Praline war immer sehr aufgeschlossen und freundlich zu jedem neuen Artgenossen.

Im letzten ½ Jahr fing sie an körperlich kleiner zu werden. Dies war ein Zeichen, dass sie eine Omi wurde. Als sie zu uns vor 3 Jahren kam, schätzte ich sie auf 1 Jahr. Vielleicht war sie doch schon älter.

Im Sommer war Praline mit ihren Freundinnen auf der grünen Wiese. Abends brachten wir alle Tiere wieder in den Ställen.

Heute Früh fand ich Pralinchen ruhig eingeschlafen unter einem Holzhaus liegen.

 Praline starb am 26.07.2014 .

Sie lebte bei uns 3 Jahre.

Ihr genaues Alter ist uns leider unbekannt.

 Wir wünschen Dir eine gute Reise in den Himmel! Auch du wirst Engelflügel bekommen.

Wir alle vermissen dich sehr!

Mit stillem Gruß
Beatrix und Siegfried Weber
Nager/Kleintier-Vermittlungsstelle,
37441 Bad Sachsa – OT Steina / am Harz

Natur pur … die der Nager/Kleintier-Vermittlungsstelle, 37441 Bad Sachsa – OT Steina /am Harz

Juli 26th, 2014

Wir haben einen sehr Naturbelassenen Garten, wo sich Singvögel, Maulwurf, Ameisen, Schnecken, Regenwurm und Käferchen, ohne Chemie wohl fühlen können.
Diese dicke, große Raupe und diesen Falter fand ich heute in unserem Garten. Beide Tiere habe ich noch nie Bewusst gesehen.
Wir haben unsere Opa/Oma-Bücher gewälzt und versucht, sie zu entdecken. Leider kein Erfolg.
Kurz entschlossen startete ich über den Tierschutzverteiler meine Frage: “Wer kennt diese Tiere und kann sie uns mit Namen benennen!“
Meine Antwort habe ich schnell erhalten:  „Mittlerer Weinschwärmer“

Daraufhin habe ich gleich im Internet geforscht unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Mittlerer_Weinschw%C3%A4rmer

Einen weiteren wertvollen Homepage Hinweis erhielt ich ebenfalls:
http://www.schmetterling-raupe.de/

Mit herzlichen Grüßen

Beatrix und Siegfried Weber

Der neue Sport der Nacktschnecken …. in der Nager/Kleintier-Vermittlungsstelle, 37441 Bad Sachsa – OT Steina / am Harz

Juli 13th, 2014

Bungee springen  von der Dachrinne! Schnecki seilte sich am eigenen Schleimseil ab …..

Die einen sind dankbar, dass sie leben, die Anderen kämpfen ums überleben …. Tiere in der Nager/Kleintier-Vermittlungsstelle, 37441 Bad Sachsa – OT Steina / am Harz

Juli 8th, 2014

Nachdem ich heute den Meerschweinchenstall gesäubert habe, hatte ich kurze Zeit später das Glück die Siebenschläfer zu fotografieren.

Willy lacht mir fröhlich auch in die Kamera!

Zum späten Nachmittag kam dann dieser Winzling.

Diese wurde dann nach ein paar Stunden später, von der Finderin wieder abgeholt, weil eine Baby-Fledermaus zum überleben seine leibliche Mutter benötigt. Die wahrscheinlich im Dachgebälk von ihr wohnt. Gegen Abend meldete sich bei uns telefonisch eine Fledermausexpertin aus Wieda, die ich ebenfalls um Hilfe gebeten hatte. Sie und die tierliebende Fledermaus-Finderin brachte ich telefonisch zusammen.

Der kleinen Maus rettete ich wahrscheinlich, durch ein paar Tropfen Wasser, das Leben.

Hoffen wir nun, dass sie heute Abend von der Mutter wieder angenommen wird.

Wir nehmen Abschied von Kaninchen Charly – es tut so weh, dich gehen zu lassen!

Juli 3rd, 2014

Mein Tag begann mit Migräneschmerzen. Nach der Einnahme der Medikamente kämpfte ich Senkrecht zu bleiben. Denn nun meldete sich mein Magen, der mir signalisierte „Rückwärts Frühstücken zu wollen!“ Vor 14 Tagen zeigte mir täglich mein Augendruck, dass ich bitte meine Mafiabrille (Sonnenbrille) auf zu setzen habe, um nicht ins helle Licht blicken zu müssen. An solchen Tagen wünschte ich mir, dass ich meinen Kopf abschrauben kann!

Wie an jedem Morgen, schaute ich besonders auf die Tiere, die Alt, Krank oder kränkelten. Ich kontrollierte die Po´s , um eventuell Kotreste die im Fell hingen geblieben sind, zu säubern. Beobachtete sie eine Weile, ob sie die Nahrung gut aufnehmen und wie der Allgemeinzustand der jeweiligen Tiere sind. Ich freute mich, dass alles O.K. erschien.

Eine kleine Veränderung sah ich sofort, dass der blinde und gelähmte Charly allein, ohne seiner Freunde saß. Charly litt an Muskelschwund. Die grausame Knast-Haltung der Vorbesitzer hatten seine schleichende Erkrankung in Kauf genommen. Damals nannten sie ihn Klopfer. Er wollte aus seiner Enge heraus springen …. Seine traurige Lebensgeschichte können Sie/Ihr lesen unter: http://www.tierschutzwelt.de/?p=26990
Durch sein Handicap taufte ich ihn auf Charly um. Vor ein paar Monaten erblindete Charly auf beiden Augen. Sein Geruchsinn und Gehör waren bis zum Schluss sehr gut.

Als ich zu Charly ins Gehege trat, sah ich, wie Paulchen vor mir reiß aus nahm.

Feind (ich) naht ….!!!! Er dachte, ich nehme ihn gegen seinen Willen wieder, um seinen Schnupfen mit oralen Medikamenten zu bekämpfen. Im Erdloch zu verstecken, war ihm sicherer.
Paulchen und Luis beschmusten sich im „Obergeschoss“.
Luis springt gern nach oben, kommt durch seine hinteren Ixbeine nicht wieder allein herunter. Also hebe ich ihn von oben nach unten, damit er fressen kann. Aus der Ferne beobachtete ich , wie sie alle 4 aus einem Napf fraßen.
Als ich Mittags erneut in den Stall ging, um frisch gesenstes Wiesengrün zu verteilen, stellte ich mit entsetzen fest, dass Charly einen nassen Po hatte. Die Schmalzfliegen schwirrten um ihn drum herum. Ich säuberte ihn sofort. Weiterhin ließen sich die Fliegen auf Charlys Körper nieder. Er lag matt im weichen Heu. Seine Freunde platzierten sich weit weg von ihm. Aufgeregt rannte ich ins Haus, um unseren Tierarzt an zu rufen.
Die Horrorvorstellung, dass Charly von Fliegenmaden lebendig innerlich aufgefressen wird, schob ich ganz weit weg von mir.
Vor einigen Jahren sah ich diese Grausamkeit – leider viel zu oft – gerade bei Kaninchen. Den meisten Menschen ging dieser grobe Fehler noch nicht einmal nah. Tod ist tot. Die Gleichgültigkeit die ich durch diese Art Menschen erfahren musste, brannte sich sehr tief in mein Herz ein. Immer wieder hatte und habe ich das Gefühl, jedem kleinen hilfsbedürftigen Lebewesen, egal ob Alt oder Krank, helfen zu müssen. Im Laufe der vielen Jahre musste ich erkennen, dass ich nur wenigen Geschöpfe meine Hilfe bieten kann. Unsere Aufnahmekapazität ist leider begrenzt und inzwischen überfüllt!

Charly zeigte mir, durch Zähneknirschen das er Schmerzen hat. Unser Tierarzt erlöste ihn von seinem Leiden.

Charly starb am 02.07.2014
Er wurde ca. 7 Jahre alt.

Wir wünschen Dir eine gute Reise in den Himmel. Über den Wolken warten viele vorausgegangene Kaninchen auf dich. Gemeinsam könnt ihr, ohne Schmerzen, das Reich der Unendlichkeit erleben.
In der Nacht schaue ich nach dir /euch, dann weiß ich, dass auch du einen Platz im Sternenhimmel gefunden hast.

Mit stillem Gruß
Beatrix und Siegfried Weber
Nager/Kleintier-Vermittlungsstelle,
37441 Bad Sachsa – OT Steina / am Harz

P.S.: Ja , kleiner Engel, nun musst du dich niemals mehr über die Dummheit der Menschheit ärgern. Wie so viele von uns hier auf Erden ….!!!

Eine Bekannte rief mich gegen Abend an. Als ich ihr erzählte, dass wir dich für immer verloren haben, bekam ich eine sehr unschöne Antwort: „Bist doch selber Schuld, dass du dich so fühlst. Warum nimmst du auch immer alte und kranke Tiere auf!“
Mein Herz blutet!
Der Schlag ins Gesicht saß …. !!!!
Nach dieser Reaktion fühlte ich mich unverstanden und zum kotzen! Bei so viel Herzlosigkeit, schossen mir die Tränen in die Augen. Danach beendete ich sofort das Telefonat.