Tierschutzwelt und Little-Animals

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Nager/Kleintiere-Vermittlungsstelle, 37441 Steina/a. Harz sagt DANKE bei:

Mai 6th, 2010

Einige liebe Tierfreunde, die unseren Nagetieren und Vögeln gut gesonnen sind, überwältigten uns mit ihrer Großherzigkeit mit einer Futterspende. Unseren herzlichen Dank gebührt diesmal:
dankekandsci2776_th- Frau Aref aus Osterode. Sie verwöhnte unsere Meerschweinchen/Kaninchen mit einem großen Körnerfuttersack. Susi und die Katzen erhielten Leckerlis.
dankedsci2757_th- Bianca und Christian Sühs aus Clausthal Zellerfeld spendeten unseren Katzen Spielzeug, Leckerlis und 2 Beutel Katzenklumpstreu. dankedsci2752_thHelge Schneider sang vor vielen Jahren: „Katzenklo, Katzenklo, ach dass macht die Katze froh…..“. dankefrideldsci2655_thUnsere 3 kleinen Racker freuen sich täglich über ein sauberes, staubfreies Einstreu.

dankemsdsci2561_th- Familie Kielholz aus Bad Sachsa/am Harz, Inhaber von einem Fachmarkt für Haus, Garten und Tier, schenkte Frau Gail vom TSV Ellrich hochwertiges Hunde- und Katzenfutter, Laufleinen und für unsere gefiederten-(Vögel), felligen- (Kaninchen) und gepanzerten (Schildkröten) Freunde schmackhaftes Futter.

dankekatzedsci2193_thMit vielen lieben Grüßen
Beatrix und Siegfried Weber

Trauer um Widder Emmi und Meerschweinchen-Omi Lisa

Mai 3rd, 2010

3 weibliche Kaninchen, ohne Namen, wurden vor einem Jahr bei uns abgegeben . Sie lebten 5 Jahre in „Einzelhaft“ und wurden Missbraucht, um ständig Junge zu bekommen für Zooläden. Sie kannten ihre kleine Stall-Box , erhielten niemals Auslauf.
widderemmi011Widder Emmi und die beiden Zwergkaninchen Laura und Hanni lernten schnell eine artgerechte Kaninchenhaltung bei uns kennen und lieben. Sie erhielten Artgenossen zum erzählen, schmusen, fressen oder einfach nach Herzenslust sich 24-stündig bewegen zu können.
Emmis Schnupfen wurde leider nicht besser, trotz Medikamente.widderemmi02 Sie blieb unser kleines Sorgenkind. Heute Früh schwankte ihr kleiner Körper nach recht und links. Sie hatte keine Kraft mehr zum Leben. Trotz leckerem Löwenzahn verweigerte sie dass Fressen. Sie knirschelte mit den Zähnen und zeigte mir, dass sie Schmerzen hat. Als ich mich zu Emmi kniete kam mir ein sterbender Geruch entgegen. Emmi starb ruhig zwischen ihren Artgenossen.
kangruppebommel2Bommelchen, ein lieber Freund von Emmi schaute mich vorwurfsvoll an, als ich Emmi aus dem Stall trug. Auch Kaninchen trauern, um ihre Artgenossen sehr.

Emmi wurde 2004 geboren.
Sie verstarb am 03.05.2010.

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Heute Früh war mein großer Reinigungstag bei unserer großen Meerschweinchengruppe. Zwischendurch kontrolliere ich bei vielen alten Meerschweinchenomis und-Opis, die Krallen und schaute mir jedes einzelne Tier genau an. U.a. überprüfte ich Lisa´s Tumor, ob er weiter gewachsen ist.
mslisaLisa wurde vor einem Jahr bei uns abgegeben. Sie war bereits 5 Jahre alt. In der großen Meerschweinchengruppe fühlte sie sich sehr wohl. mslisamfreundinIhre Artgenossen akzeptierten sie sofort und ein fröhliches erzählen begann.
mslisasfreundemslisasfreunde01Vor zwei Monaten stellte unser Tierarzt bei Lisa einen Gesäugetumor fest. Wir beschlossen sie erst ein zu schläfern, wenn dieser Tumor kurz vor dem Platzen ist. Lisa zeigte mir in den letzten Tagen, dass sie Schmerzen hat. Der Tumor, der wie ein kleines Hühnerei herangewachsen war, stand kurz vor dem auf gehen. Ich entschloss mich , mit schweren Herzens, sie von unserem Tierarzt erlösen zu lassen.

Lisa wurde 2004 geboren.
Sie verstarb am 03.05.2010.

Lisa und Emmi gingen heute zusammen über die Regenbogenbrücke. Im Himmel werden sie mit Würde von ihren bereits voraus gegangenen Artgenossen in Empfang genommen.
Im Sternenhimmel gibt es keine Gitter, ungewollte bzw. unkontrollierte Vermehrungen für viele geschundene Tierseelen!
Wir wünschen Euch eine gute Reise!

regenbogenMit stillem Gruß
Beatrix und Siegfried Weber
Nager/Kleintier-Vermittlungsstelle,
37441 Bad Sachsa – OT Steina / am Harz

Ein Garten Eden für Kleintiere

Mai 2nd, 2010

Otto, der kleine gerettete Hamstermann (Futtertier) ist gestern in sein neues Zuhause bei ganz lieben Freunden von uns, umgezogen.

Bianca schrieb: “Der kleine Mann hatte bei der langen Autofahrt wohl trotzdem Angst. Er ist aus seiner Hütte nicht rausgekommen. Vorhin war er ganz kurz draussen und seit dem schläft er. Ich habe mal das Mäusezimmer geknipst, den Neuankömmling lassen wir erstmal in Ruhe. Er soll sich in Ruhe eingewöhnen. Aber nicht erschrecken beim Foto ansehen…..sieht aus wie im Zoo. Total voller Käfige obwohl es nur 13 Tiere sind (jetzt 5 Hamster, 3 Farbmäuse und 5 Rennmäuse ;)

mauszimmer-001_thZini….. sie hat ja den riesen Käfig….. kommt morgen in die Stube, dann kann ich mich besser im Mäusezimmer bewegen.

mauszimmer-002_thUm 19 Uhr waren wir zu Hause. Unser Hamster Felix aus dem Tierheim hatte sich so an seine Freiheit gewöhnt das er gar nicht mehr in den Käfig wollte. So lange war er noch nicht alleine draussen. Er war ja fast vier Stunden am Auslauf geniesen ;) weil wir so lange unterwegs waren. Jetzt bringe ich Zini noch ins Bett und Fridolin kann bis morgen früh um 5 im Mäusezimmer machen was er will. So machen wir das ja immer. Er ist immer am längsten draussen. Fridolin findet das toll und ist seit dem wir das so machen nicht mehr abgehauen:-). Und es kann ihm ja nix passieren ist alles abgesichert, er hat Tränkie Futter Nest da im Zimmer stehen und so kommen alle Tiere wenigsten 2 Stunden am Tag raus.”

mauszimmer-004_thSolch eine Kleintierhaltung wünschte ich mir für alle Hamster, Mäuse und Wüstenrennmäuse! Hier dürfen sich die Tiere richtig Wohl fühlen. Jedes einzelne Tier wird geliebt und liebevoll betreut.

Ein Ort der Freude und Glückseligkeit für die Nagetiere!

Danke, liebe Bianca und lieber Christian, dass Ihr Otto aufgenommen habt!

Viele liebe Grüße
Beatrix und Siegfried

Der Rohstoff „Holz“ – Die Macht der Mächte …..

April 25th, 2010

Die Menschen sagen immer, die Zeiten werden schlimmer. Die Zeiten bleiben immer, die Menschen werden schlimmer!!!
Wir schreiben viele Petitionen über den Regenwald. „Rettet den Wald und die darin befindende Tierwelt!“ Für die Erde ist dies sehr wichtig, eine hautnahe Flora und Fauna zu erhalten.
Aber vor unserer Tür, nämlich im Harz, geht die Zerstörung der Wälder stillschweigend weiter. holzharzholzharz01Hier werden, wie im Regenwald, ca. 50 – 100 –jährige bzw. ältere Buchen- und Fichtenbäume gnadenlos abgeholzt. Die Jägerstände wachsen wie Giftpilze vor den Lichtungen empor. holzharz04holzharz03Hier fühlen sich unsere heimischen Waldtiere nicht mehr wohl. Rehe (Rotwild), Füchse, Wildschweine, Greif- und Singvögel, sowie Waldameisen die das Dickicht des Waldes lieben, werden bewusst durch das Abholzen verdrängt.
Der Holzhandel „blüht“ in alle Welt!
holzharz02holzharz021Wird unser Enkelkind, eines Tages, diese Tiere präpariert in Museen besuchen dürfen? Und über die einzelnen Deutschen Baumarten in Omas und Opas Büchern lesen können?
Wie unerträglich still wäre es auf der Welt, wenn kein Vogel mehr sänge, die Weltmeere ausgefischt wären, die Waldtiere ausgerottet würden. Der Mensch wäre in seiner Art völlig allein.

Beatrix Weber

Das Grauen der Futtertiere ….

April 23rd, 2010

Geboren, um zu sterben!

Endlich waren die Futtertiere in Sicherheit. Sie erhielten ein neues, besseres Zuhause, nämlich bei uns. Wir bemühten uns, ihnen ein –in ihren Augen – Luxus Unterkunft zu bieten. Alle Meerschweinchen futterten gleich das frische Heu, das Gemüse wurde vorsichtig beschnuppert. Sie kannten kein Fenchel, Chicoree, Äpfelchen und Petersilie. Aber sie sahen es, von ihren Artgenossen, die mit einem Heißhunger genüsslich fraßen.
Die kleine, hoch tragende Meerschweinchenmami „Carmen“ – selbst noch ein Kind -, fraß mit großer Freude ein dickes, getrocknetes Brötchen, in wenigen Stunden auf. mscarmendsci2610_th1Tiere die nichts kennen gelernt haben, als zu hungern und den Geruch des Todes in ihrer kleinen Nase gespeichert haben, werden den Schock, durch viel Ruhe nach vielen Jahren überwinden können. Ich hoffe, dass sie ihr unglaubliches Leid, die sie in ihren jungen Jahren erfahren mussten, durch den Menschen, einmal bei uns vergessen können.
Die Kleinen hatten nun endlich ihre FREIHEIT. Wir waren froh, dass wir einigen kleinen Geschöpfen helfen konnten, sie auf zu nehmen. Heute morgen erlitt ich einen Schock. Carmen lag Tod zwischen ihresgleichen. Sie war viel zu Jung ihre Babys zu bekommen. Ihre ungeborenen Babys starben mit ihr. Nur zwei Tage lernte sie eine liebevolle Zuwendung kennen.
In solchen Situationen möchte ich nur noch laut weinen.
Carmen wurde ca. 4 Monate alt.
Sie verstarb am 23.04.2010.

Mit stillem Gruß
Beatrix und Siegfried Weber
Nager/Kleintier-Vermittlungsstelle,
37441 Bad Sachsa – OT Steina / am Harz

Viele Meerschweinchen in der Nager/Kleintiervermittlungsstelle, 37441 Bad Sachsa – OT Steina /a. Harz

April 13th, 2010

mskind250310

Meerschweinchenmami “Evi” wurde hochtragend abgegeben.  msmamaeviSie kam sofort zu ihren Artgenossen, die sich liebevoll um sie kümmerten. Am nächsten Tag gebar sie 3 Babys. Die Kleinen wurden am 25.03.2010 geboren. mskinder2503101Sie und die guten Tanten kümmern sich rührend um die Kleinen.
Evi und ihre Kinder werden erst vermittelt, wenn sie ihre Kinder nicht mehr säugt.

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Evi und die Kinder wurden vermittelt!

Nachwuchs im Tierheim Castrop-Rauxel

April 8th, 2010

Hallöchen an Alle,
wollte euch mal unseren Osternachwuchs im Tierheim vorstellen:

Tierheim -Castrop-Rauxel

LG
Hannelore

Mal was “Schönes” – Video und Musik für Menschen, die Tiere retten

April 8th, 2010

http://blogs.myspace.com/index.cfm?fuseaction=blog.view&friendID=397902506&blogID=532256632

Herzliche Grüße
Evelin

liebe Ostergrüße aus Bad Sachsa – OT Steina/am Harz

April 1st, 2010

osternwillyFrühlingsboten zum Osterfest

Nun sind doch zu guter Letzt,
grad pünktlich vor dem Osterfest,
ein paar Frühlingsboten erschienen
und überall scheint es zu grünen.
Die Leute scheinen wie verhext,
der Wintermuff geht langsam weg.
Die Tage bleiben länger heller
Und die Leute lächeln schneller.
So manche Hasenohrenspitzen,
sieht man verschmitzt umher schon flitzen.
Voll Freude machen wir uns bereit
auf die schöne Osterzeit.
Bunte Eier, Schokohasen,
Kinder, die mit Körbchen rasen,
um im Gras, am Baum, in Hecken
noch was Süßes zu entdecken.
Wir freu’n uns auch vor allen Dingen,
über Zeit, um sie in Familie zu verbringen.
Wir wünschen deshalb, wie alle Jahre,
wunderschöne Feiertage,
Sonne im Herzen und Fröhlichkeit,
und dass die Gesundheit bleibt.
(Verfasser Unbekannt)

osternmsosternmsgruppefelixLiebe Tierfreunde/ -innen!

Hier im Harz erfreuen wir uns an den ersten Schneeglöckchen, die an manchen Stellen noch leicht bedeckt sind vom Schnee.  osternblumenDer Frühling steht vor der Tür. In unserem Garten hängen 7 Nistkästen die gut verteilt auf Bäumen platziert sind.  Sie sind alle „besetzt“, durch Kohl-,Tannen- und Blaumeisen.  Ein Kleiberpärchen mauert das Einflugsloch in ihren Nistkasten kleiner, kleiberkleiber01auch der Halsbandschnäpper trägt fleißig kleine Moosgräser und Susi´s ausgekämmte Haare in ihr neues Zuhause.  Auch ein Krähenpaar war unser Wintergast.  kraeheantonSie blieben kurz entschlossen bei uns.  Beide nisten auf einer hohen Tanne.
Die Wühlmäuse haben sich fleißig in den Wintermonaten vermehrt. wuehlmauslochBlumenbeete und Wiesen sehen optisch nicht mehr gut aus.  Die Jägerschaft hat hier fast den Fuchsbestand ausgerottet.  Ein ausgewachsener Fuchs kann jährlich bis zu 8000 Mäuse verspeisen.
Die erste rote Nacktschnecke hatte ich schon entdeckt.  Wacholderdrosseln, Igel und Kröten sind die natürlichen Feinde.  In unserem Garten streuen wir keine Gift.
An unserem Vogelhäuschen sind täglich ganze Vogelschare an Grünfinken und Gimpel zu sehen.  Zwischen ihnen stolziert „Anton und Luise“, das Krähenpaar.  Von weitem beobachten und genießen wir die Eintracht und den Frieden, den die Tiere aus strahlen.
In der Nacht hatte es geregnet.  Kleine und große Regenwürmer windeten sich auf der Straße entlang.  Als ich mit gute Laune Hündin Gassi ging, sammelte ich alle Würmer in einen kleinen Eimer.  Susi zeigte mir mit ihrer kleinen Nase, wo sie lagen.  susistrasseNatürlich gab es überschwänglich Streichel-Lobe von mir. Es bereitete uns beiden richtig viel Freude.  Der Boden von meinem Eimer war bedeckt von diesen kleinen Tieren. Alle habe ich in mein Komposthaufen umgeschüttet, dort gab es u.a. die Lieblingsspeise: Kaffeesatz.

Wir wünschen Ihnen/Euch in den Osterfeiertagen Zeit, um glücklich zu sein!

osterngrupperosaViele herzliche Grüße
Beatrix mit Siegfried Weber und Tierwelt

Igel im Frühling

März 20th, 2010

Achtung:

Für in menschlicher Obhut überwinterte Igel gilt: Aussetzen erst dann, wenn die Nachttemperaturen +8° nicht mehr unterschreiten Die Natur muß ausreichend Unterschlüpfe bieten und die Insekten müssen als Futter für die Igel reichlich vorhanden sein. Man sollte sich nicht täuschen. Im Freien überwinterte Igel werden schon gesichtet. Dennoch ist es für unsere Schützlinge noch zu früh!!!!!!

Frühling lässt sein blaues Band wieder flattern durch die Lüfte…

… und die alljährlichen Igelprobleme beginnen aufs Neue. In diesem Jahr hat sich der Frühling schwer getan, zu uns zu kommen, aber jetzt waren die letzen Tage doch recht mild und die Natur ist mächtig voran gekommen. Die ersten Igel sind aus dem Winterschlaf erwacht. Sie haben es noch schwer, denn als Insektenfresser finden sie jetzt noch keine ausreichende Nahrung.
Nach dem Erwachen aus dem Winterschlaf, der ja kein Schlaf in unserem Sinne ist, braucht der Igel zunächst einmal seine Ruhe, um sich wieder an die aktive Phase zu gewöhnen. Das Herz schlägt wieder schneller, die Körpertemperatur steigt an, die Atmung wird tiefer und schneller. Die Speckschicht ist dahin geschmolzen und der Stachelbalg schlottert ihm um den mageren Körper.

Essen, Trinken und …

Die ersten Schritte sind nach den Stunden des Aufwachprozessen wackelig und langsam. Jetzt braucht unser stacheliger Freund erst mal Wasser, egal, ob aus der Pfütze, dem Bächlein oder auch den Tau von Pflanzen und Gräsern. Und dann begibt sich der wandelnde Kaktus auf Futtersuche. Igel haben kein Revierverhalten, wie viele andere Tiere und sie jagen auch nicht. Es ist ein Suchen und Finden. Der Igel, als dämmerung- und nachtaktives Tier hat kein besonders gutes Sehvermögen, aber er hört und riecht ausgezeichnet und so
findet er seine Nahrung. Auf der Nahrungssuche muss er noch weite Strecken zurück legen. Die Gefahr ist daher groß, von einem Auto erwischt zu werden.

…Partnersuche

Das Gleiche gilt für die bald beginnende Partnersuche. Schon liegen die
ersten Kandidaten wieder platt gefahren auf den Straßen. Bei angepasster Fahrweise wären viele Tieropfer zu vermeiden. Dem Igel hilft sein angeborenes Verhalten – einrollen und abwarten bis die Gefahr vorbei ist – gar nicht, wenn ein Auto im Spiel ist. Und ein toter Igel lernt nicht mehr.
Dennoch, so scheint es manchmal, daß einige Igel einen Lernprozess
durchzumachen. Manche schätzen ab, ob nun das rasche Weglaufen oder das Einrollen das Überleben sichert.

Gefährdeter Lebensraum – Verletzungen…

Der Igel, als Kulturfolger des Menschen, hat in unserem Umfeld leider nicht das Paradies gefunden. Jetzt werden die Gärten wieder fein gemacht. Altes Gesträuch wird entfernt und damit mancher Igelunterschlupf. Schadhafte Zäune werden ausgebessert und damit manchem Igel der Weg in bessere Nahrungsgründe versperrt. Aber auch beim Kompostumsetzen wird in den Haufen hinein gestochen und den einen oder anderen Igel erwischt es böse. Da der Igel im Dreck lebt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, daß sich Wunden infizieren und, besonders wenn es wärmer wird, dass Fliegen ihre Eier in die infizierten Wunden legen. Die rasch schlüpfenden Maden fressen den Igel bei lebendigem Leibe.

Sie sehen, nicht nur im Herbst und bei den berühmten “Unter-600
g-Körpergewicht” brauchen Igel Hilfe. Mit Achtsamkeit können wir erreichen, dass viel weniger Tiere zu Opfern unseres Handelns werden. Die beste Hilfe für Igel ist natürlich, ihnen einen Lebensraum zu lassen oder zu bereiten, wo sie sich satt fressen und ihre Jungen großziehen können; wo sie sich ungefährdet zum Ruhen in ihre selbst gewählten Unterschlüpfen zurückziehen können. Hilfe ist auch, Gefahren zu erkennen und abzuwenden. Wenn menschliche Hilfe bei Krankheit oder Verletzung unumgänglich ist, dann sollte sie unbedingt sachkundig sein. Das Gleiche gilt für die Aufzucht
verwaister Igelsäuglinge, die ab Ende Mai, Anfang Juni bis in den September
hinein, zu erwarten sind. Das ist landschafts- und witterungsgebunden
unterschiedlich.

…fehlende Nahrung…

Wir haben es uns leider gedankenlos zur Gewohnheit gemacht, so genannte Unkräuter mit Stumpf und Stiel auszurotten und dafür Pflanzen einzusetzen, die uns gefallen, die bei uns gedeihen. Aber: Die heimischen Pflanzen sind die Kinderstube der heimischen Insekten = Igelnahrung. Fehlen sie, fehlen Arten und das bedeutet eine Reduzierung der Nahrungsvielfalt für den Igel.
Die eingebürgerten, für uns sehr schönen Pflanzen, bieten der heimischen Insektenwelt gar nichts. So verringern wir alljährlich die Artenvielfalt in unserem Umfeld etwas mehr. Dazu kommt noch die Verletzungsgefahr der Igel durch Gartengeräte, besonders so genannte Rasentrimmer, die gedankenlos eingesetzt werden unter überhängendem Strauchwerk, Büschen etc.

… Gefahr durch Gift und Gartenteich

Und dann geht es auch schon wieder los mit der Giftspritze. Alle
Nahrungstiere des Igels werden vernichtet, die vergifteten, leicht zu
erhaschenden Tiere belasten auch die Igel. In manchen Gärten wird an einem Platz Unrat aus dem Garten aufgehäuft und schließlich ohne großes Nachdenken angezündet und verbrannt. So mancher Igel verbrennt mit. Wer sich jemals verbrannt hat, weiß, wie weh es tut.

Noch immer sind viele unserer so beliebten Gartenteiche Todesfallen für
Igel, wenn die Seiten steil und ohne Ausstiegshilfen sind. Igel können zwar schwimmen, aber sie erschöpfen sich leicht und müssen dann ertrinken. Nicht zugedeckte Kellerschächte oder andere diverse Gruben wurden schon so manchem Tier zum Verhängnis.

Igel leben nachweislich seit der Kreidezeit auf diesem Planeten. Bemühen wir uns alle darum, dass uns der kleine sympathische nachtaktive Kobold noch lange erhalten bleibt. Ich hoffe, daß Sie alle mit Wohlwollen, offenen Auges und wachen Sinnes auch für die kleinen stacheligen Sympathieträger durch das Jahr gehen.

Igel gefunden – und nun?

Jetzt rennen sie wieder – eigentlich in der Dämmerung und nachts, sowie im
Morgengrauen – die Igel. Schon wieder finden wir angefahrene oder
überfahrene Igel an den Straßenrändern, aber auch durch Gartengeräte verletzte oder kranke Tiere. Sie sind aus dem Winterschlaf erwacht und sind damit beschäftigt, ihre verlorenen Fettreserven wieder aufzufüllen und natürlich – einen Partner/Partnerin zu finden. Leider ist unser Umfeld, in dem die Igel als Kulturfolger leben müssen, weil ihre angestammten Lebensräume weitestgehend zerstört und verändert sowie von Straßen durchzogen sind, nicht mehr igelfreundlich. Bei angemessener Fahrweise müßten nicht so viele Igel ihr Leben auf der Straße lassen. Manchmal sind sie nur verletzt u. benommen u. sterben hinterher, weil niemand hilft.

Nehmen wir einen verletzten Igel auf, braucht er tierärztliche Hilfe, denn die Verletzungen infizieren sich, eitern, Fliegen setzen sich darauf und legen ihre Eier ab. Die Maden fressen zwar das infizierte Gewebe und die Absonderungen, aber alles was frißt, scheidet auch aus und das wieder ist für die Igel gefährlich – giftig. Also – Igel umgehend vom Tierarzt behandeln lassen oder in einer qualifizierten Igelstation.

…..Pflege

Pflegen kann man das Tier auch zuhause. Dazu bekommt es eine große Kiste – wenn es geht 1 1/2 qm groß -, die mit Zeitung ausgelegt ist. Dazu braucht der Igel ein kleines Schlafhaus mit einem etwa 10×10 cm großen Einschlupfloch, ausgelegt mit Zeitung u. angefüllt mit Knüllpapier oder Haushaltsrollenpapier. Blumenuntersätzer aus Ton, glasiert, eignen sich hervorragend als Trink-u. Freßschälchen. Wasser muß immer zur Verfügung stehen. Als Futter eignen sich gekochte. Hühnerflügel, gekochtes Geflügelfleisch mit etwas Kleie. In der Pfanne gestocktes frisches Tartar, Katzenfutter mit ein paar Tropfen Maiskeimöl und etwas Kleie als Ballaststoff.

Igel sind keine Nagetiere, sondern Insektenfresser – also keinen Salat,
keine Banane oder Nüsse füttern. Kann das Tier nicht selbstständig fressen, wird die Nahrung so stark zerkleinert, daß sie mit einer Spritze aufgezogen werden kann und man nimmt das Tierchen in Rückenlage in die Hand u. sucht mit dem Konus der Spritze das Mäulchen und gibt die Nahrung sehr langsam hinein. Bitte darauf achten, ob der Igel schluckt. Die Nahrung wird bei sehr geschwächten Tieren früh morgens u. abends gereicht. Die Anweisungen der Tierärzte oder Igelstation sind zu beachten bzgl. Medikamenteneingabe, Bäder, etc. wenn der Igel nicht ständig transportiert u. damit gestresst werden soll.

Häufig findet man jetzt auch am Tag Igel, die ungeschützt in der Sonne
liegen oder auf wackeligen Beinchen umherlaufen.

Ist der gefundene Igel pflegebedürftig?

Am Tag gefundene Igel sollten uns immer aufmerksam machen, denn der Igel ist von Natur aus ein dämmerungs- und nachtaktives Tier. Selten ist der Grund für die Sichtung am Tage eine Störung im Schlafnest. Meist ist es eine bakterielle Erkrankung in Folge einer starken Verwurmung.

Die Igel wirken mager, walzenförmig, ihre Augen sind keine hervorstehenden halbkugelförmigen schwarzen Knöpfchen, sie sind eher schlitzförmig oder gar nicht geöffnet und tiefliegend. Es kann sein, daß der Igel am Tag sehr unruhig herumläuft. Seine Hinterlassenschaft ist kein braunes festes Würstchen, sondern grünschleimig, manchmal blutig.

Achtung: Igel leben am Boden, also im Dreck. Krankheitserreger,die den Igel schwächen, können auf Menschen übertragen werden, z. B. Eitererreger und Salmonellen, etc. Mit ausreichender Hygiene – Händewaschen mit Seife u. Nutzung von Handschuhen im Umgang mit den Tieren, sowie Sauberhaltung der Gehege und Näpfe besteht für den Menschen keine Gefahr! Für die Unterbringung der kranken Igel gilt das Gleiche wie für verletzte Igel, auch was über die Fütterung gesagt wurde.

Aber: Ein scheinbar unterernährter Igel ist einfach in der Regel krank.
Krankheit mit Futter u. Unterbringung heilen zu wollen ist illusorisch. Die
Tiere werden so einfach mit Liebe zu Tode gequält. Kranke Tiere brauchen tierärztliche Behandlung. Das heißt – zunächst einmal die Infektion behandeln, den Igel stabilisieren. Eine Kotuntersuchung zur Bestimmung der Parasitenarten ist zwingend erforderlich. Erst wenn der Igel stabil ist und frißt, darf entwurmt werden. Wurmmedikamente sollen den Wurm im Inneren des Igels umbringen und belasten auch den Igel, Ein kranker schwacher Igel kann daran sterben.

Noch ein Hinweis:

Kranke und verletzte Tiere brauchen nicht nur im Herbst unsere Hilfe,
sondern ganzjährig. Die berühmten 600 g im Herbst beziehen sich nur auf Tiere, die evtl. spät geboren sind und bei Frosteinbruch noch mit einem Gewicht von unter 600 g herumlaufen. Auch sie sind in der Regel nicht einfach unterernährt, sondern verwurmt und krank, weil sie nicht mehr die geeignete Nahrung in ausreichender Menge fanden und letztendlich nur noch Würmer und Schnecken aufnahmen, die Zwischenwirte ihrer Innenparasiten.

Igelbabies – noch ist es nicht so weit, ab Juni muß man damit rechnen!

Wenn Igelbabies gefunden werden (zu erwarten zwischen Juni und September):
Fühlt sich das Tierchen kühl an – auf ein Tuch legen, handwarme Wärmflasche darunter, zudecken. Mit einer Pipette oder Spritze ohne Nadel handwarmen Fencheltee tropfenweise ins Mäulchen geben. Darauf achten, daß das Tierchen schluckt. Schnellstens Kontakt mit einer qualifizierten Igelstation aufnehmen!

Kein Versuch mit irgendeiner Milch – das führt zu Ernährungsstörungen, die tödlch ausgehen. Igel sind Säugetiere das heißt – sie brauchen in der frühen Zeit ihres Lebens die Milch ihrer Mutter. Wenn die Mutter aber unauffindbar ist, müssen sie mit einer speziellen, verträglichen Milch ernährt werden, die der Muttermilch ähnlich gemacht wird. Dann muss man wissen, wie alt etwa das Tierchen ist, um sagen zu können, wieviel Milch zu viewielen Mahlzeiten gegeben werden muß, wann man mit Zusatznahrung anfängt und was ganz wichtig ist: nach der Fütterung ist das “Toiletting”, also das Ermöglichen von Ausscheidungen überlebenswichtig!

Igel dürfen als Futter keine Milch bekommen – sie vertragen sie nicht,
sondern reagieren mit tödlichen Durchfällen (sie schlecken sie gern, weil sie süßlich ist. Leider wird ihnen von Menschen in guter Absicht noch immer Milch gereicht ! )

Als Säugetiere brauchen aber Igelbabies bis zu einem gewissen Alter die Muttermilch, bzw. eine der Muttermilch ähnlich gemachte Ersatzmilch.

Hinweis:

Unter www.pro-Igel.de gibt es einen Hinweis auf Merkblätter. Eines davon
hat das Thema Aufzucht von Igelsäuglingen. Man kann es mit einem Doppelklick öffnen und wertvolle Hinweise finden. Das gleiche gilt zu allen hier besprochenen Themen.

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Eine Genehmigung zur Veröffentlichung des Textes von Karin Oehl liegt uns vor. Vielen Dank dafür!